St. Veitner, Perchten, Perchtenhütte, Rola Hannes, Chris Hammer

Die Perchten Hütte

Erbauer Chris Hammer


"Die Hütte stand auf einmal da. Wie aus dem Nichts!"


Christian Hammer hat sich diese Aktion eigentlich für den Advent 2015, im Zuge der St. Veiter Weihnacht auf dem Marktplatz einfallen lassen. Zur Perchtenhütte sollte sie erst später werden. Eine große Arbeitsleistung, gepaart mit einem nicht zu vernachlässigenden Materialeinsatz, aber auch einem sehr guten Gespür für die alpenländische Krippenkultur, wurde in dieser Hütte verwirklicht. Sie verfügt über zwei Etagen und sogar über einen kleinen Balkon. Alles war urig aus altem Holz gestaltet und im Inneren konnte man im Dunkeln schon schemenhaft eine heimelige Einrichtung vermuten. 

Fast wie ein alter Troadkasten stand sie da und wirkte!

Am Nachmittag des ersten Tages, zu Beginn der St. Veiter Weihnacht 2015, wurde die Hütte neben den anderen Hütten, die dagegen schlichter gehalten waren aufgestellt. Aber als die anderen Hütten zur Einbruch der Dämmerung bereits hell erleuchtet waren, stand diese Hütte mitten am Markt, direkt vor dem Schererhaus, einfach nur da.    Im Dunkeln!    Und so staunten die Besucher nicht schlecht, als sie die Hütte alleine und Verlassen einfach so auf den Marktplatz sahen. Die ersten Besucher meinten sogar schon, es wäre etwas armselig, wenn nicht einmal ein Lichtlein daran, oder darin brennen würde.

Doch jeder der Chris genauer kennt, weiß dass er nicht damit genug hat eine "nette" Hütte auf den Marktplatz zu stellen, sondern dieses bis ins kleinste Detail gestaltete Objekt zum richtigen Zeitpunkt auch mit Leben zu erfüllen! 

An die Hütte angebaut ein uriger Zaun mit lebenden Ziegen darin, die friedlich aus dem Heubarben fraßen. Ausgestopfte Figuren mit geschnitzten Holzmasken saßen als Holzknechte und Hirten verkleidet um die Hütte herum und wurden die längste Zeit schon von den Besuchern bestaunt. Kinder ließen sich sogar schon bereits auf diese Figuren nieder, als urplötzlich... 

.... wie von Zauberhand eine dieser vermeintlich leblosen Figuren sich zu Bewegen begann! Die Kinder und Erwachsene erschraken sehr, konnten aber ihre Bewunderung kaum mehr bändigen, als die Hirten sich mehr und mehr zu bewegen begannen und in einer Zeremonie auch von anderen Ecken des Marktes auftauchten, um die Hütte mit dem Entzünden der Laterne im First zum Leben zu erweckten. Nun wurde es auch im Inneren hell und man konnte erst jetzt die heimelige Stube erkennen und die heilige Familie in Lebensgröße.

Die Besucher standen sprachlos dabei, wohl ähnlich überrascht wie die Hirten damals auf dem Feld, als ihnen der Engel die Botschaft der Weihnacht überbrachte. 

Mit viel Liebe zum Detail schmückte Katharina und Chris auch den Platz nicht nur in, sondern auch um die Hütte und so entstand gemeinsam mit der gesamten Szenerie eine einzigartige Atmosphäre auf dem St. Veiter Marktplatz. 

Die lebensgroßen Krippenfiguren im Inneren der Hütte wurden von einem kleinen  Ofen gewärmt und draußen stand neben einem alten Holzkarren, der als Abstellplatz für die angebotenen Getränke bestens geeignet war, eine erstaunliche Christusfigur. Es war dies ein zu schweben scheinender Christus im Inneren eines holen Baumstammes. Kunstvoll geschnitzt, der dem ganzen noch das I-Tüpfelchen aufsetze.

Aber schaut selbst was für ein stimmungsvoller Zauber sich damals über den Marktplatz gelegt hat, als die passende Musik von Sängern und Musikanten erklang und einem andauernd die unterschiedlichsten Düfte von Glühwein, Honigmet, Maroni, Kasnock´n und Krapfen in die Nase stiegen, während man wie verzaubert dastand und die schönen Eindrücke in sich aufnahm. Einige Besucher kamen erst etwas später vom Fackelumzug dazu und staunten ähnlich, was sich derweil auf dem Marktplatz abspielte.

Nach der Weihnachtszeit wurden alle Hütten zum Feuerwehrparkplatz unterhalb des Marktes gebracht wo sie den Sommer verbacht haben. Als 2016 erneut die Adventzeit begann, blieb die Hütte vermutlich aus einem Mangel an Kommunikation auf dem Parkplatz alleine stehen. Die anderen Hütten waren schon zum Markt gebracht und geschmückt worden.

Der Eindruck den die Hütte aber dort unten alleine machte, war dermaßen traurig, dass bei einem abendlichen Spaziergang in mir die Idee geboren wurde, just am 23. Dezember, an dem keine weiteren vorweihnachtlichen Aktivitäten im Ort abgehalten wurden, wenigstens einmal diese reizende Hütte zum erstrahlen zu bringen. Mittlerweile waren Mitwirkenden für die neue Perchtengruppe bereits gefunden und die Vorbereitungen für den 6. Jänner bereits weit fortgeschritten. Ich telefonierte gleich mit Chris und wir vereinbarten ein spontanes Treffen der noch jungen Truppe bei der Hütte. So konnten wir uns als Gruppe noch einmal vor Weihnachten treffen und gleichzeitig die Hütte auch im Jahr 2016 zum Leben zu erwecken. Ab diesem Moment war es die "Perchtenhütte". Die Leute staunten nicht schlecht, als sie vorbeigingen und die vorweihnachtliche Stimmung bemerkten. Die meisten wurden neugierig, gesellten sich spontan  zu uns und wurden zu Glühwein und Keksen eingeladen, sodass ein wunderschöner vorweihnachtlicher Abend seinen Anfang nahm. Gleichzeitig wurde via Beamer das Projekt "Hände für Haiti", der Empfänger der Spenden aus 2017 vorgestellt! Ein Projekt bei dem St. Veitner, wie Hans Quehenberger nach Haiti reisten, um am Bau  einer Schule und Kindergarten mitzuwirken. Das Heimatdorf von unserem Mitglied Real (Rauchfangkehrer) auf Haiti wurde 2016 von einem verheerenden  Wirbelsturm verwüsteten. 

Am 6. Jänner 2017 war aber es dann soweit! Endlich konnten die Figuren in Aktion treten und die bereits bestens einstudierten Sprüche und Lieder zur Darbietung gebracht werden.

Während am Marktplatz ein großes Sternsingertreffen abgehalten wurde, konzentrierten wir uns bei eisiger Kälte auf einen anderen  Wirkort! 

Die Bauernhöfe und Wirtsleute im Umfeld des Marktplatzes.

Nachdem die Einwohner in St. Veit außer Gerüchten,  praktisch Nichts über die neue Gruppe wussten, waren nach diesem Tag nun  die St. Veitener Perchten aber wirklich im Ort "angekommen" und alle redeten noch tagelang davon. 

Besonders weil sich die Perchten am Ende des Tages erneut bei der Hütte am Feuerwehrparkplatz versammelten und die dort anwesenden Leute mit ihrem Ritual beeindruckten. Der Anfang war als gemacht und somit klar, dass St. Veit nun eine eigene Perchtengruppe hat. Der Überraschungseffekt war auf unserer Seite. Auf diesen konnten wir uns als in Zukunft nicht mehr verlassen und somit lag die Latte für das nächste Jahr höher.....

Letztlich musste aber die Hütte dort vom Parkplatz weg und endlich einen richtigen Platz finden!

Im Frühjahr 2017 war es dann soweit. Nach sehr konstruktiven Gesprächen mit der Gemeinde, durften wir die Hütte fix auf einem Platz aufstellen den uns Christoph Birnbacher (Mühlbergbauer) zur Verfügung gestellt hat. Aber nur der tatkräftigen Unterstützung des Transportunternehmens Wallner Edi und aller Gruppenmitglieder war es möglich, dass diese "schwere Last" auch an den Ort gebracht werden konnte, wo sie heute steht. Am Kirchweg vor dem Bauhof der Marktgemeinde St. Veit. 

Seit dem wird die Hütte in der Advent- und Weihnachtszeit von einer dezenten Beleuchtung in Szene gesetzt und an zwei Tagen des Jahres mit Leben erfüllt. 

  • Der 23. Dezember, an dem wir mit einer Lichterwanderung vom "Geispichi" zur Krippe gehen und am 
  • 6. Jänner, wo die Perchten nach ihrem langen Tag bei den Bauernhöfen die interessierten Besucher an der Hütte mit dem Ritual der Perchten beglückwünschen.

Einen herzlichen Dank für die Unterstützung bei der Errichtung der neuen Perchtenütte wollen wir hiermit Christoph Birnbacher und Wallner Eduard  zum Ausdruck bringen. 

© 2017 St. Veitner Perchten. Lindenweg 30, 5621 St. Veit im Pongau. Alle Rechte vorbehalten.
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